Ägypten – Die schönsten Korallen – Nur 4 Flugstunden entfernt

Ägypten, Land der Pyramiden und Wüsten, der Pharaonen und von Kleopatra. Für mich aber seit Jahren in erster Linie traumhafte Tauch-Destination. Genau aus diesem Grund ist Ägypten auch das Land, in dem ich die meisten Urlaube verbracht habe.
Das Rote Meer ist von Mitteleuropa aus die mit Abstand nächstgelegenste Tauch-Destination, mit tropischen Korallenriffen und entsprechender Unterwassertierwelt.

Mit dem Tauchboot ab Hamata

Ganz besonders angetan hat es mir der äußerste Süden von Ägypten. Von den Reiseveranstaltern werden sowohl Hurghada als auch Marsa Alam als Zielflughäfen angeboten. Der Bustransfer in den Süden ist über Marsa Alam kürzer und angenehmer.
Von der Marina in dem kleinen Örtchen Hamata, eine Ansammlung einfacher Beduinen-Hütten, starten die Tagesausflüge zu den Tauchplätzen. Diese sind meist anfängerfreundlich und entspannt zu betauchen. Die Sichtweite ist oft grandios. Bemerkenswert: Hier habe ich bisher die intaktesten und schönsten Hartkorallengärten überhaupt bestaunt.

Hübsch: Die Einfahrt zur Marina in Hamata

Shaab Claudio

Bekannt für seine höhlenartigen Swim-Throughs und Canyons. Wenn beim Durchtauchen vereinzelte Sonnenstrahlen durch das Riffdach bis auf den sandigen Grund fallen, ist das Lichtspiel magisch. Umso schöner natürlich, je klarer das Wasser. Idealerweise kann man als erste Gruppe reintauchen, bevor andere, vielleicht schlecht tarierte Taucher das Sediment aufwirbeln. Der Besuch der Höhlen füllt den Tauchgang nicht zur Gänze. Die Korallengärten an diesem Platz sind jedoch auch von solch einer Schönheit, dass man beim schwerelosen Dahingleiten gerne länger bleiben würde, als Luft vorhanden ist.

Das Riff vom Boot aus betrachtet macht Lust abzutauchen

Shaab Maksur

Ein weiterer Tauchplatz, welcher mich nachhaltig beeindruckt hat und immer wieder vor meinem geistigen Auge erscheint, sobald ich ans Tauchen denke, ist Shaab Maksur. Für Anfänger nur eingeschränkt zu empfehlen wird Shaab Maksur gerne auch little Elphinstone genannt und mit diesem berühmten Tauchplatz verglichen. Das kann ich leider nicht bestätigen, weil ich Elphinstone noch nicht kenne. Wer sich jetzt die Frage stellt, wie ich sechs Mal in Ägypten am roten Meer zum Tauchen Urlaub gemacht haben kann, ohne jemals Elphinstone gesehen zu haben: Ich frage mich das auch! Zu meiner Ehrenrettung: Einmal war ich auf dem Boot und wir sollten dort tauchen, jedoch fand der Captain, angeblich wegen zu hohem Wellengang, Elphinstone nicht und wir drehten nach 2,5 Stunden Geschaukel, ohne getaucht zu haben, wieder um. In Maksur hatte ich das große Glück, meinen ersten Hammerhai zu Gesicht zu bekommen, jedoch nicht allzu nah. Maksur bedeutet für mich auch Strömung, Tiefe, Einstieg vom fahrenden Boot und Abenteuer. Die Divecenter nehmen nur Taucher mit, die mindestens Advanced Open Water Diver sind.

Hausriff- und Strandtauchgänge

Schnorcheln in der Lagune vom Azure Beach. Schon hier bieten sich tolle Eindrücke.

Zwischen zwei Tauchgängen neue Freundschaften schließen

Um zu Tauchen muss man nicht jeden Tag aufs Boot. Fast jedes Ressort an der Küste hat ein Hausriff. Am schönsten fand ich das vom Gorgonia Hotel. Doch alle, die ich bisher gesehen habe, hatten ihren Reiz. Außerdem werden einige Tauchplätze mit dem Bus angefahren, und der Tauchgang beginnt vom Strand aus. Zum Beispiel Abu Gushun. Hier liegt in flachem Wasser das Wrack der Hamada. Der Tauchgang startet aus einer Bucht am Riff entlang, langsam in tieferes Wasser Richtung Wrack. Einzige Herausforderung ist es, auf dem Weg zur Hamada nicht zuviel Luft zu verbrauchen. Der gesunkene Frachter ist schön bewachsen, wird gerne von Schildkröten besucht und knirscht und ächzt mitunter in der Brandung. Fast ein bisschen unheimlich.

Östliche Wüste

Die Unterwasserwelt ist vielfältig und farbenfroh. Da mutet einem die Steinwüste über Wasser auf den ersten Blick recht karg und eintönig an. Ich persönlich finde aber, dass auch diese Landschaft ihren ganz eigenen Reiz hat. Im Westen zeichnet sich geheimnisvoll eine Bergkette am Horizont ab. Ein Ausflug in die „Östliche Wüste“ ist empfehlenswert. Entweder in Form einer gebuchten Tour der Touristikanbieter im Hotel, oder auf eigene Faust, mehr oder weniger lang, die Gegend außerhalb der Grenzen seines Ressorts erkunden. Auf diese Art kommt man zwar nicht schnell voran, die Weite der Wüste wird aber spürbar und hinterlässt bleibenden Eindruck.

Malerischer Sonnenuntergang in der Wüste

Das Hotelleben gehört nicht zu den großen Highlights. Der Standard ist eine All-inclusive Buchung mit drei Mal täglich Buffet, je nach Hotel in unterschiedlicher Qualität.

Der Pool gehört einem nicht allein

Herzliche Menschen und ägyptische Gastfreundschaft

Zwei Jungs von der Bootscrew

Neben den Tauchgängen blieben mir die Menschen vor Ort in guter Erinnerung, seien es die Mitarbeiter in den Divecentern, oder die Crew auf dem Tauchboot. Fast immer wurde mir mit einer offenen, natürlichen Herzlichkeit begegnet. Auch die Kellner im Hotel waren  freundlich und gut gelaunt, mit vereinzelten, die Regel bestätigenden, Ausnahmen.

Als Sarah und ich an einem Abend einen ausgedehnten Spaziergang Richtung Marina des Nachbarressorts unternahmen, wurden wir prompt auf ein dort ankerndes Schiff eingeladen. Der Captain bat uns vorne am Bug Platz zu nehmen, servierte Tee, und wir kamen ins Gespräch. Wie viele Einheimische im Süden, war auch er Beduine. Er erzählte, dass in dieser Region die Beduinen für Ordnung und Sicherheit sorgen, mindestens in dem Maße wie die Polizei und das Militär. Eine Aussage von ihm ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Er meinte, dass er es schön und interessant findet, Menschen aus ganz Europa und zum Teil von noch weiter her als Gäste auf dem Boot zu haben und kennen zulernen. Es mache ihn aber traurig, dass er selbst nie die Möglichkeit haben wird, diese Länder zu bereisen. Ja, wir sind privilegiert… Unsere Tees durften wir übrigens nicht bezahlen.
Überhaupt sind die Ägypter sehr, sehr gastfreundlich. Da war der Pförtner von unserem Ressort, der uns zu sich ins Wachhäuschen zum Fastenbrechen eingeladen hat (Wir waren während des Fastenmonats Ramadan in Ägypten). Oder die Beduinen Siedlung in der Wüste, an der wir eigentlich nur vorbeilaufen wollten. Freundlich aber bestimmt wurden wir auf einen ägyptischen Kaffee in die Hütte gebeten.
Auch sehr unterhaltend fand ich es, als der Putzmann uns im Gespräch fragte, ob die Korallen in Deutschland auch so schön wären wie am roten Meer. Das zog dann eine kurze Biologiestunde unsererseits nach sich.
Ich hoffe, meine Eindrücke vom Land am Nil haben euch gefallen. Wenn ihr Fragen habt oder eigene Tipps zu schönen Tauchplätzen oder Unterkünften, gerne in die Kommentare damit.

Steffen

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