Allein auf der großen chinesischen Mauer

Große chinesische Mauer

Die chinesische Mauer, bzw. The Great Wall (nicht zu verwechseln mit der Great Firewall of China) ist vermutlich das Erste, was den meisten Menschen in den Sinn kommt, wenn sie China hören. “Die chinesische Mauer ist so groß, die sieht man aus dem Weltall!”, habe ich (Steffen) in der Grundschule auf dem Pausenhof gelernt. Stimmt zwar nicht, klingt aber cool, und dieser Glaube hält sich bis heute.

Über 30 Jahre später haben wir einen Teil der großen Mauer selbst gesehen, und das war schlichtweg beeindruckend.

Ein paar Fakten zur chinesischen Mauer:

  • 21.196,18 km Gesamtlänge
  • 43.721 Einzelobjekte
  • Erste Bauten bereits im 7. Jahrhundert v. Chr.
  • In Teilen der Mauer enthält der verwendete Mörtel zu 3% Klebreis, das sorgte für hohe Beständigkeit.

Quelle: Wikipedia

In einer Tripadvisor Bewertung fand Sarah den Link zu einer Unterkunft nahe an der Mauer, nicht weit von Peking, aber, und das war für uns Grundvorraussetzung, abseits der üblichen großen Besucherströme. Hier kann man schön wandern und die Abgeschiedenheit in der Natur genießen, stand auf der Homepage. Tatsächlich stellte dies sich als richtig heraus. Diese zwei ganzen Tage in der Natur waren für uns seelischer Balsam, insbesondere nach dem Reisepech der letzten Wochen. Bis auf eine kleine Vierer-Gruppe, trafen wir auf keine anderen Wanderer.

Früh morgens stiegen wir in Datong in den Zug und kamen Nachmittags in Shachengzhen an. Unser Pickup wartete bereits auf uns, wir hatten zuvor mit der Unterkunft vereinbart, dass wir gerne hier abgeholt werden würden. Das kleine Örtchen liegt schön zwischen den charakteristisch grün bewachsenen Hügeln dieser Mauerregion. Wir konnten Teile der Mauer von der Unterkunft aus sehen und freuten uns riesig auf den nächsten Tag.

Chinesische Mauer

Einsames Schild vor leerem Laden

Die Unterkunft stellte sich als sehr, sehr einfach heraus. Sicher nicht für jeden etwas. Wir hatten ein riesiges Bett, das aber nur aus einem gemauerten Podest mit einer dünnen Matte darauf bestand, sehr hart. Nachts wurde es Ende Mai eiskalt, weshalb wir mit Kleidung schliefen. Es gab Gemeinschaftstoiletten und eine Solar beheizte Dusche. Das Essen war sehr einfach und bestand hauptsächlich aus großen Mengen Gemüse aus dem familieneigenen Garten. Wir mussten Unmengen davon essen, um annähernd satt zu werden. Shops, Cafes oder Restaurants gibt es in der Gegend nicht.

Wanderung auf der chinesischen Mauer

Unmittelbar von der Unterkunft aus gibt es zwei mögliche Wanderrouten. Eine vier stündige und eine drei stündige. Man kann auch beide am Stück gehen, das dauert ca. sechs Stunden.

Große chinesische Mauer

Wir gingen am ersten Tag die längere Wanderung. Nach kurzem Zustieg waren wir auch schon auf der nicht restaurierten, stark verwitterten Mauer unterwegs. Es war der erste sonnige Tag seit einiger Zeit und es ging ein starker Wind. Mitunter hatten wir Mühe, nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten und mussten uns schnell hinkauern, wenn eine Sturmböe über die Mauer pfiff. An der einen oder anderen Stelle war klettern erforderlich, was gut machbar war, der Wind erschwerte die Sache aber gehörig.

Große chinesische Mauer

Endlich Sonne und Natur

Große chinesische Mauer

Ganz schön stürmisch war es am ersten Tag

An diesem Morgen bekamen wir gleich zwei Schlangen zu Gesicht, welche sich in der Sonne wärmten. Das war richtig spannend, die Mauer war jeweils nicht sehr breit, und wir wollten nicht zu nah an die Schlangen heran. Also warteten wir bis die, von der kalten Nacht noch behäbigen Schlangen, vor uns flüchteten.

Große chinesische Mauer Schlange

Auf der Mauer, auf der Lauer

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Große chinesische Mauer

Teilweise eine ziemliche Kletterpartie

Die Landschaft fanden wir absolut bezaubernd. Die komplett grün bewachsen Hügel bildeten einen herrlichen Kontrast zu dem stahlblauen Himmel. Beides hatten wir schon länger nicht mehr gesehen, und wir sogen die Eindrücke regelrecht auf.

 

In der Mitte dieser Wanderung kam ein kleiner Teil, in welchem die Mauer restauriert wurde, das war eine nette Abwechslung, aber uns hat der verfallene, verwitterte Teil besser gefallen.

Große chinesische Mauer

Die Natur hat ihren Raum an vielen Stellen zurück gefordert

Große chinesische Mauer

Große chinesische Mauer

Große chinesische Mauer

Manche Teile der Mauer sind restauriert worden

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Uns fiel auf, dass auch in dieser Region keine alten Bäume zu finden sind. Der komplette Bewuchs besteht nur aus Sträuchern und jungen Bäumen. Warum das so ist, wissen wir nicht, aber Holz ist auf jeden Fall nicht im Überfluss vorhanden. In der Unterkunft kostete ein Lagerfeuer 100 Yuan (etwas mehr als 13 Euro).

Am nächsten Morgen wanderten wir die kürzere Strecke und waren wieder begeistert. Auf diesem Stück blickt man gegen Ende Richtung Peking in die Ebene hinter die Berge, auf Industrieanlagen und größere Siedlungen, sowie Baustellen von großen Wohn- oder Hotelanlagen im Nebental. Allzu lange wird die Abgeschiedenheit hier wohl nicht mehr anhalten.

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Große chinesische Mauer

Die Mauer war rückblickend betrachtet der beste Teil unsere China Rundreise.
Danach ging es für uns weiter nach Peking und von dort aus nach Hong Kong.

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