Pokhara – Perle am Himalaya

Pokhara Phewa Lake Nepal

„Pokhara werdet ihr lieben!“ So lautete die einhellige Meinung von Freunden und anderen Reisenden, die dort waren. Die zweitgrößte Stadt Nepals ist ein guter Ort um aufzuatmen und die Batterien aufzuladen. Das hatten wir nötig nach 101 Tagen in Indien.

Bis Ende der 1960er-Jahre war die Stadt nur zu Fuß erreichbar und noch sagenumwobener als Kathmandu. 1968 wurde die erste Straßenverbindung fertiggestellt. (Quelle) Der Straßenbelag macht den Eindruck, als stammte er noch aus dieser Zeit.

Pokhara erfreute sich in den 60ern und 70ern großer Beliebtheit bei den Hippies. Diese badeten nackt im Phewa Lake und genossen das überall wild wachsende Marihuana. Die bis heute erhaltene entspannte Stimmung ist aber nicht der einzige Grund, warum es sich lohnt, hierher zu kommen.

Von dem schlimmen Erdbeben 2015 blieb Pokhara weitestgehend verschont. Wenige Kilometer vom Annapurna Massiv liegend, hat es sich zu einem absoluten Touristentraum entwickelt.

Lake Side

Vom Busbahnhof ließen wir uns erstmal zur Lake Side bringen. Dieser Teil der Stadt ist sehr schick. Die Straße, die parallel zum See verläuft, ist an beiden Seiten von teuren Restaurants, luxuriösen Hotels und ausgefallenen Boutiquen gesäumt. Und wir sahen hier etwas, was wir seit Monaten (In Indien) nicht mehr gesehen hatten – Gehwege. Der Verkehr auf den Straßen hält sich in Grenzen und es wird so gut wie nicht gehupt.

Das Angebot der Restaurants an der Lake Side reicht von italienischer Pizza über rohveganes bis zum Entrecôte. Es gibt Weine und Spirituosen aus aller Welt. Die Preise sind für Nepal sehr hoch.

Pokhara Lake Side

Lake Phewa

Malerisch liegt der Phewa Lake zwischen grün bewachsenen Hügeln da. An manchen Tagen ist die Spiegelung des Annapurna Massivs auf seiner Oberfläche sichtbar. Mehrere Bootsverleihe bieten bunte Holzruderboote an, mit oder ohne Fahrer. Größere Boote pendeln zwischen der kleinen Tempelinsel und der Uferpromenade hin und her. Einige wenige Mutige trauen sich im See schwimmen zu gehen, meist von der kleinen Halbinsel die sich nördlich befindet. Die Wasserqualität ist unbedenklich, allerdings waschen manche Einwohner ihre Wäsche hier.

Pokhara - Phewa Lake

Phewa See Phokara Nepal

Vom Camping Chowk aus nach Norden befindet sich ein staubiger Trampelpfad, direkt am Wasser. Hier reihen sich dicht an dicht einfache Lokale aneinander, locken mit nepalesischem Bier und preiswerter Küche. Die Stimmung ist gemütlich, hier treffen sich Backpacker und Langzeitreisende und man kommt schnell ins Gespräch. Wir haben uns hier einige Biere schmecken lassen, am liebsten zum Sonnenuntergang über dem See.

Phewa See Phokara Nepal

Pokhara

Unser Lieblingscafe in Pokhara und sein Wirt Chime aus Tibet

Pokhara Phewa See

Sonnenuntergang über dem Phewa See

Nördlich vom Camping Chowk geht die schicke Lakeside in das weniger prätentiöse Viertel Dihikopatan über. Hier finden sich gute und günstige Unterkünfte und Restaurants. Absolut empfehlenswert ist es, sich in dieser Gegend ein Hotel mit Blick über den See zu nehmen.

Phewa See Phokara Nepal

Diesem Kerlchen sind wir am See begegnet

Phewa See Phokara Nepal

Ebenfalls am See ist uns dieser Schnappschuss gelungen

Phewa See Phokara Nepal

Der Phewa Lake ist bei Vögeln als Brutplatz sehr beliebt

Trekking Ausrüstung kaufen oder leihen

Pokhara ist Ausgangspunkt für viele Trekkingtouren. Von hier aus geht es zum Poonhill, Annapurna Circuit, Annapurna Base Camp uvm. Ein großer Teil der Läden in Lake Side bietet deshalb Trekking Equipment an. Wer eine Bergtour plant, stattet sich hier aus. Das Angebot besteht fast hauptsächlich aus preisgünstiger, gefälschter Markenkleidung von The North Face, Under Amour usw. In vielen Geschäften werden zusätzlich Ausrüstungsgegenstände wie Schuhe, Stöcke, Schlafsäcke verliehen.

Die Preise unterscheiden sich von Laden zu Laden. Es lohnt sich verschiedene Angebote einzuholen und zu handeln. Die Qualität kann ebenfalls unterschiedlich sein. Bei meiner (Sarah) neuen “North Face” Trekking Hose funktionierten nach ein paar Tagen sämtliche Reißverschlüsse nicht mehr. Mit unseren geliehenen Wanderstiefeln made in China waren wir erstaunlich zufrieden.

Essen, Trinken & Nachtleben

Das nepalesische Essen ist nicht gerade berühmt. Mal abgesehen von Momos (gefüllte Teigtaschen), die mit verschiedenen Füllungen daher kommen, gibt es hauptsächlich Dhal Bath. Dieses besteht aus viel Reis, recht wässrigem Dhal und ein oder zwei Sorten Gemüse. Für Fleischesser gibt es noch Varianten mit Hühnchen oder Fisch. Die Nepalesen lieben Dhal Bath, sie können es dreimal am Tag, mit Unmengen Reis essen.

Zum Glück ist die Essensauswahl in Pokhara vorzüglich. Neben günstigen nepalesischen Restaurants gibt es schmackhaftes indisches Essen. Durch die Nähe zu China authentische China Restaurants, sowie unterschiedliche Angebote mit koreanischem Essen. Abgesehn davon natürlich auch internationale Küche, wie italienisch oder französisch, sowie eine große Auswahl gesundes Essen von vegan bis Rohkost.

Getrunken haben wir hauptsächlich Bier der Marke Everest. Die Marken Ghorka und Nepal Ice sind aber auch sehr gut.

Pokhara

Wein gibt es in großer Auswahl. Nepalesischer Wein ist meist süß, internationaler Wein teuer.

Das Nachtleben in Pokhara ist sehr unterhaltsam, in vielen Kneipen spielen sensationell gute nepalesische Livebands, die ordentlich einheizen. Es gibt auch Psytrancepartys in und um Pokhara und eine aktive Goa-Szene.

Highlights in der Nähe von Pokhara

World Peace Pagoda

Ein beliebter Aussichtspunkt auf den Fishtail und das Annapurna Massiv, ist die World Peace Pagoda, auf der anderen Seeseite. Die beste Sicht (zumindest März/ April) ist in der früh direkt nach Sonnenaufgang. Also planten wir unseren Besuch früh, um einen guten Blick zu bekommen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur World Peace Pagoda zu kommen. Ein Weg führt südlich am See vorbei, durch den Wald nach oben. Dieser dauert am längsten. Es gibt die Alternative, sich mit einem Taxi bis fast ganz oben fahren zu lassen. Wir haben ein Boot über den See genommen und sind auf der anderen Seeseite die Treppen hochgelaufen.

Unser Bootsfahrer war ein 12 jähriger Junge, der sehr langsam paddelte. Steffen half mit dem anderen Ruder, trotzdem brauchten wir 45 Minuten um auf die andere Seeseite zu gelangen. Die Treppen sind in einer halben Stunde bewältigbar. Auf dem Weg nach oben konnten wir den einen oder anderen Blick auf den See und die Berge werfen, oben angekommen war die Aussicht schnell wolkenverhangen.

 Lake Phewa Pokhara Nepal

Tal Barahi Temple auf dem Phewa Lake

 Lake Phewa Pokhara Nepal

World Peace Pagoda Pokhara

Die World Peace Pagoda unterscheidet sich nicht groß von der, die wir in Lumbini gesehen hatten. Die Sicht ist spektakulärer als die Architektur. Nach dem Besuch der Pagoda gönnten wir uns ein Frühstück mit Ausblick auf den See und die Umgebung.

 

Wir entschieden uns, zu Fuß zurück zu gehen und folgten einem Pfad, durch einen bezaubernden Wald.

Aussicht World Peace Pagoda Pokhara

Aussicht von der World Peace Pagoda über den Phewa Lake

World Peace Pagoda Pokhara

Rückweg durch den Wald zurück nach Pokhara

World Peace Pagoda Pokhara World Peace Pagoda Pokhara

Sonnenaufgang am Aussichtspunkt Sarangkot

Nordwestlich von Pokhara, auf dem gleichnamigen Hügel, liegt der kleine Ort Sarangkot (1592 Hm). Dieses kleine Dorf ist aus zwei Gründen sehr beliebt. Erstens starten hier die Paraglider zu ihren Flügen über den Phewa See und zweitens ist die Sicht auf den Himalaya und auf Pokhara bei schönem Wetter grandios.

Wir buchten uns eine Taxifahrt um 5 Uhr morgens auf den Berg hoch. Wandern ist auch möglich, dauert aber zweieinhalb Stunden und wir wollten früh dort sein.

Vom Taxi aus stiegen wir die letzten Meter zum Aussichtspunkt hoch. Hier stellten wir fest, dass wir das Spektakel von hier aus mit ungefähr 200 weiteren Personen anschauen werden. Tja, so ist das wohl mit gehypten Touri-Programmpunkten 😉

Aussichtspunkt Sarangkot

Leider war der Blick hier erneut eher wolkenverhangen als spektakulär. Bei gutem Wetter ist die Aussicht sicher lohnenswert.

Aussichtspunkt Sarangkot

Annapurna South

Bernas See

Mit dem Roller haben wir ca 45 Minuten zum See gebraucht, es ist aber möglich einen Bus zu nehmen. Der See ist ähnlich wie der Phewa See inmitten von grünen Hügeln gelegen, es leben hier aber deutlich weniger Menschen. Es gibt eine kleine Siedlung direkt am See und ein paar Unterkünfte und Restaurants. Dadurch ist es hier verschlafen und ruhig. Wer dem Trubel von Pokhara für ein paar Tage entfliehen will, ist hier genau richtig.

Bernas See

Friedlich liegt der Bernas See zwischen bewachsenen Hügeln

Bernas See

Wir aßen ein etwas merkwürdigen Mittagessen, wegen Verständnisschwierigkeiten saßen wir vor einem Teller seltsamer Knabbereien, statt vor dem erwarteten Curry mit Kartoffeln und Bohnen. Danach unternahmen wir einen Spaziergang. Wir folgten einem schmalen Pfad um den See herum und gelangten in einen dschungelartigen Wald, in dem das Klima sofort heiß, feucht, und tropisch wurde. Diesen wunderschönen Weg hätten wir noch ewig weiter folgen können, er führte weiter hoch, durch die bewachsenen Hügel. Da es aber drückend heiß war und, ungewohnt für Nepal, Moskitos anfingen uns zu attackieren, drehten wir um, zurück Richtung See. Im von Seerosen gesäumten See entdeckten wir viele Fische, Frösche und als Highlight eine Wasserschlange.

Ein absolut lohnenswerter Ausflug, wir können uns auch vorstellen, das nächste Mal ein paar Tage an diesem See zu bleiben.

Bernas See

Nepalesische Jungen nutzen den heißen Tag um im Bernas See baden zu gehen Leihboote Bernas See

Hahn Bernas See

Dhampus & Australien Camp

Ein kurzer Trek der in einem Tag oder, mit Übernachtung, in eineinhalb Tagen machbar ist, von Pokhara über Dhampus ins Australian Camp.

Von Pokhara aus fährt ein Bus nach Phedi (ca. 1200 Hm), hier ist der Einstieg in den Trek nach Dhampus.

Fast der ganze Weg besteht aus Natursteinstufen. Er ist dadurch steil aber einfach zu gehen. Wir sind mit unseren halbhohen Outdoor- Schuhen gewandert, was problemlos möglich war.

Weg nach Dhampus

Der Weg nach Dhampus führt an den typischen Gurung Siedlungen vorbei, deren Häuser ebenfalls aus Natursteinen bestehen. Kinder winken und fragen nach Schokolade und Geld, ältere Damen versuchen Wasserflaschen oder hölzerne Wanderstöcke zu verkaufen.

Büffel in einer Gurung Siedlung auf dem Weg nach Dhampus

Büffel in einer Gurung Siedlung auf dem Weg nach Dhampus

Gurung Siedlung mit terassenförmigen Feldern -dhampus nepal

Gurung Siedlung mit terassenförmigen Feldern

Sicht nach unten auf dem Weg nach Dhampus

Auf einer Höhe von 1700 Hm befindet sich das malerische Örtchen Dhampus. Wir haben ungefähr 1,5 Stunden gebraucht, geübtere Wanderer schaffen das sicher schneller.

Unsere vorher gebuchte Unterkunft hatte eine große Terrasse mit wunderbarer Sicht. Hier verbrachten wir den restlichen Tag.

Lodge in Dhampus mit großer Terasse

Lodge in Dhampus mit großer Terasse

Am nächsten Morgen standen wir um 5:00 Uhr auf und wanderten weiter ins Australian Camp (2050 Hm), um das Annapurna Massiv und den Sonnenaufgang anzuschauen. In ca. 45 Minuten waren wir oben und wurden mit einer verhältnismäßig guten Aussicht belohnt.

Australien Camp mit Aussicht auf den Annapurna

Australian Camp mit Aussicht auf den Annapurna South

Im Australian Camp gibt es mehrer Lodges. Von hier führt der Weg Richtung Pothana weiter, von wo aus es zum Annapurna Circuit und zum Madir Himal Trek geht. Ab Pothana benötigt man auch die, mit 2000 Rupees nicht ganz billige, ACAP Permission (Annapurna Conservation Area Project). Das Australian Camp kann man ohne Permission besuchen. Vom Camp stiegen wir in einer knappen Stunde auf das 1700 Meter hoch gelegene Karde ab. Von Karde fahren Busse und Taxis zurück nach Pokhara.

Diese kleine Wanderung hat uns soviel Spaß gemacht, dass wir entschieden, den Madir Himal Trek zu machen.

Wir haben mit kurzen Unterbrechungen zum Wandern einen Monat in Pokhara verbracht, so gut hat es uns hier gefallen.

Was wir sonst noch in Nepal erlebt haben?
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